3 Tipps um Enttäuschungen im Praktikum zu vermeiden

Ein Gastbeitrag von Michelle Weber (ITM-Studentin)

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Jeder kennt es. Während Maria im Auslandspraktikum gerne neue Kontakte knüpfen möchte, möchte Peter eher seine Kompetenzen erweitern. Andrea möchte ein besonders menschenorientiertes Praktikum mit viel Action, aber Laura wünscht sich den Umgang mit Zahlen und arbeitet am effizientesten alleine. Zwei Personen sind zwei unterschiedliche Welten und haben somit auch zwei völlig verschiedene Vorstellungen von dem Ablauf eines Projektes. Da euer Praktikum wie euer kleines, eigenes Projekt mit vielen Mitwirkenden ist, solltet ihr auch sicher gehen, dass eure Erwartungen und Vorstellungen erfüllt werden. Nichts ist trauriger als verschwendete Zeit und negative Erinnerungen aufgrund eines enttäuschenden Auslandspraktikums. Im Folgenden gebe ich euch ein paar Tipps, wie ihr schlechte Erfahrungen im Praktikum vermeiden könnt:

I. Ort < Unternehmen

Als ich 2013 als au pair in San Francisco arbeitete, wusste ich sofort: Dahin muss ich zurück! Und zwar am liebsten für eine längere Zeit. Als ich dann erfuhr, dass man im 6. Semester ITM ein Auslandspraktikum leistet, war ich Feuer und Flamme für eine Rückkehr nach San Francisco. Leider schenkte ich der Wahl des Unternehmens fast keine Aufmerksamkeit. Ich war einfach froh, dass mich aus der Gegend jemand einstellen wollte. Fazit: Das Unternehmen passte absolut nicht zu mir.

Lösung: Schreibt euch auf, welche Charakteristika euch wichtig an einem Unternehmen sind. Der Geschäftszweig, die Größe, der Bekanntheitsgrad, euer Aufgabenbereich, usw. Danach könnt ihr nach genau diesem Unternehmen an eurem Wunschort suchen. Im persönlichen Gespräch, hört auf euer Bauchgefühl und sagt nicht nur aufgrund des Ortes zu.

II. Erwartungen niederschreiben und mit der Kontaktperson absprechen         

Allgemein glaubt man, dass Erwartungen absprechen Forderungen stellen bedeutet. Viele angehende Praktikanten möchten daher am liebsten nicht über ihre Erwartungen sprechen, um sich nicht sofort unbeliebt zu machen oder eine Absage zu riskieren. Ich hatte tatsächlich Angst, über das zu sprechen, was ICH von dem Unternehmen erwarte und sprach nur davon, wie ich die Wünsche des Unternehmens erfüllen kann. Fazit: Ich hatte Aufgabenbereiche, bei denen mir die Lust am Praktikum verging, da sie mich absolut nicht forderten oder interessierten.

Lösung: Spricht offen und höflich darüber, was ihr mit dem Praktikum erreichen wollt, was ihr euch als Aufgabenbereiche vorstellt und fragt freundlich aber zielgerichtet, ob das Unternehmen diese Erwartungen erfüllen würde. Selbstverständlich möchtet ihr ein gutes Ergebnis für beide Parteien erreichen! Diese Vorgehensweise ist ein Zeichen von Engagement, Zielstrebigkeit und direkter Kommunikation.

III. Direkte Kommunikation = A & O      

Womit wir auch zum letzten und wichtigsten Punkt kommen. Die direkte Kommunikation ist das A & O in eurem Praktikum und bestimmt, ob ihr mit einem lachenden oder einem weinenden Auge auf diese Zeit zurückschaut. Wenn ihr euch tagtäglich über etwas ärgert oder langweilt, warum nicht einfach jemanden höflich darauf ansprechen? Das machte ich leider in vielen Situationen nicht. Fazit: Mir wurden größtenteils nicht ausbildungsfördernde Aufgaben zugewiesen (Post wegbringen, Personal Assistant, etc.) und ich ärgerte mich darüber, fragte aber auch nie nach mehr Verantwortung.

Lösung: Freundlich und vorsichtig an das Thema herantasten. Fragt euch selbst: Würdet ihr lieber einmal ein unangenehmes Gespräch führen und anmerken, dass ihr etwas gerne ändern würdet oder würdet ihr euch lieber weiter jeden Tag ärgern? Direkte Kommunikation von Problemen ist nicht unhöflich oder undankbar, sondern ein Zeichen von Professionalität und Zielorientierung. Ihr zeigt, dass ihr das Unternehmen vorantreiben und effizient arbeiten möchtet.

Obwohl viele Dinge in meinem Praktikum aufgrund dieser drei Dinge schief gelaufen sind, konnte ich doch auch sehr viele positive Erkenntnisse gewinnen! Persönlich habe ich mich sehr stark weiterentwickelt und weiß nun, wie es nicht laufen sollte und was ich das nächste Mal besser machen kann! Internationale Events in San Francisco zu besuchen hat natürlich auch nicht geschadet :-)Ich wünsche euch eine wunderbare Zeit und viel Erfolg bei eurem Auslandspraktikum!

 

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