Salem Aleikum! Mein Praktikum in Ras Al Khaimah

Salem Aleikum! Mein Name ist Celina und ich bin Studentin des Studiengangs Internationales Tourismus-Management der htw saar und zurzeit mache ich mein Praktikum in dem Hotel Hilton Garden Inn in Ras Al Khaimah. Ras Al Khaimah ist eines der sieben Vereinigten Arabischen Emirate und liegt circa 1 ½ Stunden von Dubai entfernt.

Celina Herges
Derzeit für ihr Auslandspraktikum in Ras Al Khaimah (VAE): Celina Herges

Im 4. Semester war es also an der Zeit, sich für das Auslandspraktikum zu bewerben. Ich wusste, dass ich ein Praktikum in die Richtung Eventmanagement machen wollte oder wollte ich doch lieber ins Hotel? Ich habe also die Websites von größeren Hotelketten durchstöbert und bin bei Hilton auf eine Stellenausschreibung für ein Praktikum in der Abteilung für „Gruppenreisen, Konferenzen und Events“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten gestoßen. Warum nicht, bewerben kann man sich ja mal. Und so fing ich Anfang April mein Praktikum in Ras Al Khaimah an.

Mittlerweile bin ich seit ca. neun Monaten hier und es liegen noch drei Monate vor mir. Hier in den Vereinigten Arabischen Emiraten ticken die Uhren ein wenig anders. Die Arbeitswoche startet samstags oder sonntags und endet am Donnerstag. Arbeiten an einem Sonntag? Wer macht denn sowas? Dieselbe Frage lautet hier: Arbeiten an einem Freitag? Das geht doch nicht!

Meine Abteilung ist dafür zuständig, die vier Meetingräume und den Ballsaal des Hotels zu vermieten und den Kunden das perfekte Eventpaket zusammenzustellen und dabei so viel oder so wenig wie gewünscht zu organisieren. Die Events und Meetings reichen hierbei von kleineren Businessmeetings über Konferenzen zu großen Arabischen Hochzeiten. Diese unterscheiden sich ziemlich von deutschen Hochzeiten! So besuchte uns zum Beispiel Anfang Oktober ein einheimischer Herr, der gerne die Hochzeiten seiner beiden Söhne bei uns feiern möchte, 3 Tage lang! Tag 1 – Bruder 1: 250 Frauen im Ballsaal, getrennt von den Frauen nochmals 100 Männer im Restaurant. Tag 2 – Beide Brüder zusammen: 230 Männer im Ballsaal, davon 30 Männer Live-Band. Tag 3 – Bruder 2: Nochmals 100 Männer im Restaurant und 250 Frauen im Ballsaal. Gefeiert wird nach Geschlechtern getrennt, Zutritt für das andere Geschlecht strengstens verboten! Zu essen gibt es ein traditionelles arabisches Gericht: Ouzi. Ouzi ist ein ganzes Lamm auf einem 20 kg Reisbett. Für die 3-Tagesfeier hat der Gastgeber neben dem normalen Büffet ganze 45 Ouzis bestellt – Crazy Locals!

Dann gibt’s da noch die crazy Germans. Als einzige deutsche Mitarbeiterin gehört es auch zu meinen Aufgaben den deutschen Gästen in Übersetzungsfragen zur Seite zu stehen. Die meist gestellte Frage an mich lautet: „Wieso sprechen Sie denn so gut Deutsch?“ – „Ei isch han in Saarbrigge studiert!“

Und das Wetter? Jährlich regnet es hier circa fünf Tage im Jahr an den restlichen Tagen scheint die Sonne oder es ist dann doch mal etwas bewölkt. Natürlich musste es im November jedoch genau einen Tag bevor sich ein Mitglied der Königsfamilie für ein Event angekündigt hatte regnen. Hierdurch wurde der rote Teppich, der bereits einen Abend vorher ausgerollt wurde, nass und man musste dann leider doch darauf verzichten. Ihr seht, hier läuft alles etwas anders als zuhause.

Die Businessetikette weicht hier durch die arabische Mentalität auch stark von der europäischen ab. Besonders sticht hierbei ein arabisches Wort heraus, dass meiner Abteilung regelmäßig Kopfschmerzen bereitet: Inshallah! – Wörtlich übersetzt: So Gott will. Eigentlich heißt es aber so viel wie: Nein! „Ja, Celina, kein Problem wir werden morgen bezahlen, Inshallah!“ – „Oh nein, er hat Inshallah gesagt!“ – Nach circa einem Monat musste ich dann leider einsehen, dass „morgen, inshallah“, ein sehr dehnbarer Begriff ist. Das Klischee, dass Araber gerne verhandeln, hat sich auch relativ schnell bestätigt.

burjk
Zu Besuch im Nachbaremirat: Vor dem Burj Khalifa

So ist ein weiteres wichtiges arabisches Wort: Habibi oder Habibti (Bruder/Schwester). Meine Abteilung nennt es auch gerne das „Habibi-Business“ – „Habibti, ich brauche einen Rabatt, wir sind doch Schwestern!“ – Im Verhandeln kann man mir also auch nichts mehr vormachen. Auch wenn hier die meiste Zeit Englisch gesprochen wird, ist es dann ab und zu doch mal von Vorteil ein paar Wörter in Arabisch zu verstehen. Also, Khalas- Ende, fertig!

Falls ihr Fragen zum Thema Vereinigte Arabische Emirate oder einem Praktikum bei Hilton habt, könnt ihr euch gerne bei mir melden!

Sonnige Grüße aus Ras Al Khaimah,

Celina

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